Leinsamen

Brauner LeinsamenLeinsamen – Hochwertiges Ergänzungsfutter

Aus der Pferdefütterung ist der Leinsamen* kaum mehr wegzudenken. Er gilt als wahres Superfood. Aber was ist Leinsamen überhaupt, welche positive Eigenschaften werden ihm zugeschrieben und bei welchen gesundheitlichen Problemen kann er angewendet werden? Mit diesen und weiteren Fragen möchte ich mich in diesem Beitrag genauer auseinandersetzen.

Was ist Leinsamen?

Leinsamen sind keine Getreidesorte! Blüte Gemeiner_flachsAls Leinsamen werden die Samen des Gemeinen Flachses (Linum usitatissimum), auch Saat-Lein oder Flachs, bezeichnet. Wörtlich übersetzt bedeutet der lateinische Name Linum usitatissimum – Lein sehr nützlich. Der gemeine Lein ist eine sehr alte Kulturpflanze, welche zur Faser- und Ölgewinnung angebaut wird. Er ist eine einjährige Pflanze, welche eine Wuchshöhe von 20 bis 100 cm erreichen kann. Die Blüten des gemeinen Leins sind selbstbestäubend. Die Leinsamen befinden sich nach der Blüte in einer 6 – 9 Millimeter langen Fruchtkapseln, welche in fünf Teile aufgeteilt sind. Jedes Fach enthält zwei Leinsamen. Somit kann man aus einer Kapsel bis zu 10 Leinsamen gewinnen.

Fruchtkapseln

Fruchtkapseln

Die Leinsamen haben je nach Sorte eine braune oder gelbe Schale. Der Geschmack ist leicht nussig.

Brauner Leinsamen

Brauner Leinsamen

Goldgelber Leinsamen

Gelber bzw. Goldgelber Leinsamen

Bei den Leinsamen handelt es sich um sogenannte Ölfrüchte, dies sind Samen von Ölpflanzen, welche zur Ölgewinnung angebaut werden. Wenn man die Leinsamen mit anderen Ölfrüchten wie Kürbiskerne vergleicht, gehören sie mit einer Länge von 4 – 6 mm eher zu den kleineren Vertretern ihrer Art.

Inhaltsstoffe von Leinsamen!

Die Leinsamen enthalten etwa 30% – 40% pflanzliches Fett, das sogenannten Leinöl. Das Leinöl besteht zu über 50% aus der mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure. Leinöl hat die höchste Konzentration aller Pflanzenöle an diesen wertvollen Fettsäuren.

Neben den pflanzlichen Fetten besteht Leinsamen zu 20% aus Eiweiß.

Außerdem ist Leinsamen reich an Schleimstoffen. In 100 Gramm Leinsamen sind zwischen 3 und 10 Gramm Schleimstoffe enthalten.

Weitere positive Inhaltsstoffe sind Lecithin, die Vitamine B1, B2, B6 und E, sowie Folsäure und Linolsäure (Omega-6-Fettsäure). Auch einige Mineralstoffe wie Kalium, Phosphor, Magnesium und Calcium sind in den Leinsamen enthalten.

Strittiges Thema Blausäure!

Neben den vielen positiven Inhaltsstoffen verfügt Leinsamen jedoch auch über einen Stoff namens Linamarin. Dies ist ein cyanogenes Glycosid, eine Vorstufe der Blausäure. Durch Enzyme wird das Linamarin im Pferdedarm in seine Bestandteile zerlegt. Bei diesem Prozess wird giftige Blausäure freigesetzt.

In wie weit die Menge der in Leinsamen enthaltenen Blausäure zu Vergiftungen führt ist ein strittiges Thema. Cyanogenes Glycosid ist in vielen Kulturpflanzen enthalten um sich gegen Fressfeinde zu verteidigen und wird von uns Menschen und auch von unseren Pferden täglich aufgenommen. Der einzige Unterschied ist die Konzentration, welche im Leinsamen höher ist als in anderen Nutzpflanzen. Der Körper unserer Pferde hat im Laufe der Zeit gelernt mit Blausäure umzugehen und diese zu Rhodanid umzuwandeln und über den Urin auszuscheiden. Bei einem gesunden Pferd und normalen Mengen an Leinsamen dürfte unbehandelter Leinsamen unbedenklich sein. Wie ein altes Sprichwort sagt: „Die Dosis macht das Gift“.

Glaubt man einigen Ernährungsexperten sind 100 – 120 Gramm unbehandelter Leinsamen für Pferde völlig unbedenklich. Wenn man bedenkt, dass dieser aufquillt ist dies auch schon eine ordentliche Menge.

In einem Gramm Leinsamen sind ungefähr 0,2 mg Blausäure enthalten. Dies wäre bei 100 Gramm 20 Milligramm und bei 120 Gramm 24 Milligramm  Blausäure. Bei einem Erwachsenen wirken 1 – 2 Milligramm reine Blausäure pro Kilogramm Körpergewicht tödlich. Geht man von einem 80 kg schweren Mann aus wäre dies eine Dosis von 80 – 160 mg. Leider konnte ich bisher noch nicht in Erfahrung bringen, wie viele Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht für ein Pferd tödlich sind. Ich gehe jedoch davon aus, dass dies nicht erheblich von der Dosis für Menschen abweicht.

Ein weiterer Grund warum einige Ernährungsexperten davon ausgehen, dass übliche Mengen Leinsamen keine potenzielle Vergiftungsmöglichkeit darstellen ist die Magensäure. Das für die Glykosidspaltung notwendige Enzym Linamarin wird durch diese unschädlich gemacht und somit daran gehindert Blausäure zu produzieren.

Außerdem ist zu bedenken, dass das Enzym welches für die Entstehung von Blausäure verantwortlich ist innerhalb der Schale ist. Diese kann das Pferd nicht verdauen und somit kann die giftige Blausäure im Pferdekörper nicht gebildet werden. Somit ist Leinsamen, welcher nicht behandelt ist und nur auf das Quellvermögen und die Schleimbildung für den Magen-Darm-Trakt abzielt laut vielen Ernährungsexperten völlig unbedenklich.

Wer auf Nummer sicher gehen will oder seinem Pferd mehr als 100 – 120 Gramm Leinsamen verfüttern will kann den Leinsamen vor dem Füttern kochen. Dadurch wird das Linamarin inaktiv und eine stoßweise Freisetzung verhindert. Zu beachten ist, dass die wertvollen Omega-3-Fettsäuren nicht hitzebeständig sind und durch das Kochen ein großer Teil zerstört wird.

Wer sich das Kochen ersparen möchte und trotzdem Angst vor einer Vergiftung hat kann auch auf den goldgelben Leinsamen* zurückgreifen. Dieser kann bedenkenlos auch in größeren Mengen verfüttert werden, da er sehr geringe Mengen an Linamarin enthält. Dieser hat jedoch den Nachteil, dass er weniger Omega-3-Fettsäuren enthält, als der braune Leinsamen. Außerdem quillt dieser mehr auf und ist daher weniger als schleimhautschützendes Mittel geeignet.

Außerdem sind im Handel einige vorbehandelte Fertigprodukte erhältlich. Diese werden in Form von Leinpellets*, Leinmehl* und Leinkuchen* angeboten. Der Nachteil dieser Produkte gegenüber dem unbehandelten Leinsamen ist jedoch, dass Schleimstoff nur noch in geringen Mengen vorhanden sind.

Produkte aus Leinsamen!

Bio leinöl und Leinmehl

Aus dem Leinsamen* gewinnt man unterschiedliche Produkte wie das bereits erwähnte Leinöl*. Durch die Herstellung von Leinöl gewinnt man Leinkuchen*. Welche dieser Leinprodukte zur Anwendung kommt hängt von den Anforderungen ab.

Da der Leinsamen das Grundprodukt ist aus welchem weitere Produkte erzeugt werden, sind alle erwähnten positiven Inhaltsstoffe im vollen Umfang ausschließlich in den Samen enthalten. Das Problem ist jedoch, dass das Pferd bei unbehandelten Leinsamen die Schale nicht verdauen kann und daher die wichtigen Inhaltsstoffe, welche sich innerhalb der Schale befinden nicht zur Verfügung stehen. Daher sollte Leinsamen um alle positiven Eigenschaften zu nutzen vor der Fütterung  geschrotet oder gemahlen werden. Am besten kauft man sich unbehandelte Leinsamen und mahlt diesen direkt vor dem Verfüttern, da die darin enthaltenen Fettsäuren mit Sauerstoff sehr schnell reagieren und der Leinsamen schnell ranzig wird. Am besten geeignet für das Mahlen von Leinsamen sind im Handel erhältliche Kaffeemühlen.

Leinöl

Leinsamen bestehen wie bereits erwähnt zu 30 – 40 % aus Leinöl*. Dieses Öl ist besonders reich an Omega-3-Fettsäuren, Omega 6-Fettsäuren und Eiweiß. Auch ein Teil der Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind im Öl enthalten. Wichtig ist, dass das Öl durch Kaltpressung gewonnen wurde, da nur bei diesem Verfahren alle gesunden und wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben.

Leinkuchen

Beim Leinkuchen handelt es sich um ein Nebenerzeugnis, welches bei der Pressung der Leinsamen entsteht. Es ist sozusagen das was nach dem Pressen von den Samen übrig bleibt. Demzufolge ist im Leinkuchen nur noch sehr wenig Leinöl vorhanden. Trotzdem hat Leinkuchen beinahe die selben gesundheitsfördernden Eigenschaften wie Leinsamen.

Außerdem wir der Leinkuchen zur Herstellung von Leinpellets* und auch Leinmehl* verwendet. Aus dem Mehl kann man auch sehr gut selbst gesunde Pferdeleckerlis herstellen. Rezepte für eure Pferde mit Leinsamen und dessen Produkte findet ihr am Ende dieses Artikels.

Wirkung und Anwendung von Leinsamen und dessen Produkten!

Die Inhaltsstoffe von Leinsamen* wirken sich positiv auf die Verdauung, die Haut, das Haar, das Immunsystem sowie den Blutzuckerspiegel aus. Auch zum Auffüttern eignet sich Leinsamen hervorragend. Außerdem sind die im Leinsamen enthaltenen Omega-3-Fettsäuren wesentlich am Aufbau von Gehirn- und Nervenzellen beteiligt. Auch eine positive Auswirkung der Fließfähigkeit des Blutes kann dieser Fettsäure zugeordnet werden.

Stärkung des Immunsystem & entzündungshemmende  Wirkung

Leinsamen* enthalten einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Außerdem enthält Leinsamen einen geringen Anteil an Omega-6-Fettsäuren.  Diese beiden Fettsäuren konkurrenzieren sich im Körper. Aus den Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolsäure) entstehen während des Stoffwechsels entzündungshemmende Substanzen. Aus den Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure) entstehen entzündungsfördernde Substanzen. Das Verhältnis von Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren sollte nicht größer als 5:1 sein. Durch das hohe Vorkommen von Omega-3-Fettsäuren im Leinsamen wird dieses Verhältnis positiv beeinflusst, denn in den meisten anderen Getreidesorten überwiegen die Omega-6-Fettsäuren.

Überwiegen die Omega-6-Fettsäuren im Körper kommt es vermehrt zur Produktion von Stoffwechselprodukten, welche zu entzündlichen oder allergischen Veränderungen im Körper führen. Zusätzlich kann ein Überschuss an diesen Fettsäuren, welche in einem geringen Ausmaß für den Körper durchaus notwendig sind, das Herz-Kreislauf-System schädigen. Außerdem kann ein zu viel an Omega-6-Fettsäuren zu einem Leistungseinbruch führen.

Der hohe Anteil an Omega-3-Fettsäuren wirkt entzündungshemmend. Diese Fettsäuren neutralisieren die sogenannte Arachidonsäure (Omega-6-Fettsäure), welche für viele Entzündungsprozesse im Körper verantwortlich ist. Dies hat auch positive Auswirkungen auf die Gelenke bei Entzündungen. Aber auch auf die Atemwege und die Haut vor allem bei Ekzemen wirkt sich diese Eigenschaft positiv aus.Außerdem stärken Omega-3-Fettsäuren das Immunsystem.

Entzündungen im Magen- Darm-Trakt, Magen- & Darmgeschwüre

Ein weitere positive Auswirkung von Leinsamen* haben wir den in der Schale enthaltenen Ballaststoffen und deren schleimbildenden Eigenschaft zu verdanken. Diese Schleimstoffe sind besonders gut bei Pferden, welche zu Entzündungen im Magen-Darm-Trakt neigen, oder jenen welche bereits an einem Magen- oder Darmgeschwür leiden. Die Schleimstoffe überziehen die empfindliche Magen- und Darmschleimhaut mit einem Film und schützen diese vor Angriffen der Magensäure. Außerdem können bereits gereizte und entzündetet Schleimhäute durch diesen Schutz besser abheilen

Pferden, welche an einer chronischen Entzündung im Magen-Darm-Trakt, Magen- oder Darmgeschwür leiden sollte täglich Leinsamen verabreicht werden. Die beste Wirkung erzielt man mit dem braunen Leinsamen.  Leinsamen erhalten erst durch die Aufnahme von Flüssigkeit ihre schleimige Konsistenz. Je nachdem ob die schützende Wirkung der Schleimstoffe im Magen oder im Darm seine volle Wirkung entfalten soll, muss der Leinsamen unterschiedlich behandelt werden.

Um den Magen vor Säureangriffen zu schützen sollte der Leinsamen vorbehandelt werden. Das heißt er sollte vorher entweder in etwas Flüssigkeit wie Wasser quellen oder gekocht werden, damit dieser zu einer schönen schleimigen Angelegenheit wird. Dafür sind 100 – 200 Gramm, je nach Größe und Gewicht des Pferdes völlig ausreichend, da der Leinsamen durch die Zufuhr von Flüssigkeit um mindestens das 2 – 3 fache aufquillt. Der fertige Leinsamen kann dann entweder pur, mit Mash oder dem normalen Futter verabreicht werden.

Leidet das Pferd an einem Darmgeschwür sollten die Leinsamen nicht vorbehandelt werden, da die schützende Wirkung erst im Darm eintreten sollte. Dafür mischt man einfach 50 – 100 Gramm rohen Leinsamen einmal täglich in das übliche Kraftfutter. Der Leinsamen nimmt somit erst im Magen Flüssigkeit auf und entfaltet sein schleimhautschützende Wirkung erst im Darm.

Durch den Schutz der Magen- & Darmschleimhaut wird außerdem die Bildung von Mikroorgansimen, welche für eine gesunde Darmflora notwendigen sind begünstigt. Diese wichtigen Mikroorganismen können nämlich durch die Magensäure abgetötet werden.

Wer auch von allen anderen positiven Wirkungen profitieren möchte, sollte den Leinsamen vor dem Füttern mahlen.

Leinsamen gegen Durchfall, Kotwasser und Verstopfungskolik

Eine weitere positive Eigenschaft, der in der Schale des Leinsamens* enthaltenen Ballaststoffe, ist das hohe Quellvermögen. Im Dickdarm quellen diese durch die Wasseraufnahme in diesem Darmabschnitt auf das 2 – 3 fache auf. Dadurch kann Kotwasser und Durchfall entgegengewirkt werden.

Außerdem vergrößert sich durch das Aufquellen das Kotvolumen und die Darmperistaltik wird verbessert, das heißt die Darmtätigkeit nimmt zu und die  Verdauung wird angeregt. Dies beugt Verstopfungen und somit Verstopfungskoliken vor. Auch eine krampflösende Wirkung wird Leinsamen zugeschrieben

Sehr gut geeignet ist für dieses Anwendungsgebiet der gelbe beziehungsweise goldgelbe Leinsamen, da bei der Züchtung dieser Sorte auf ein hohes Quellvermögen wert gelegt wurde.

Fellwechsel &  glänzendes Fell, sowie Haut und Fellproblemen

Besonders bewährt hat sich Leinsamen* und vor allem Leinöl* in der Zeit des Fellwechselns im Frühling und Herbst. In dieser Zeit benötigen Pferde mehr Eiweiß, welches von den Pferd aus dem Futter gebildet werden muss. Dieser Stoffwechselvorgang benötigt sehr viel Energie und einige Pferde verlieren in dieser Zeit an Gewicht. Durch den hohen Anteil von Eiweiß im Leinöl empfiehlt es sich in dieser Zeit bis zu 50 ml Leinöl in das normale Futter zu mischen. Höhere Dosen sind nicht zu empfehlen, da diese durch den hohen Fettanteil gesundheitsschädlich sein können.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch erwähnen, dass Pferde an das in Leinsamen und vor allem Leinöl enthaltene Fett erst gewöhnt werden sollten. Daher sollte man die Menge langsam bis zur gewünschten täglichen Dosis steigern.

In der Zeit des Fellwechsel ist es außerdem wichtig das Immunsystem unserer Pferde zu stärken, da durch die vermehrte Belastung dieses schnell geschwächt wird. Hinzu kommt das das Wetter in dieser Zeit meist wechselhaft ist und dies zusätzlich eine Belastung für das Immunsystem darstellt. Mit dem in den Leinsamen und Leinöl enthaltenen Omega-3-Fettsäuren wird das Immunsystem gestärkt und das Pferd in dieser Phase unterstützt.

Außerdem verleiht Leinöl in erster Linie durch die darin enthaltenen Omega-3-Fettsäuren und Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine, welche für die Bildung und Gesunderhaltung der Haut und des Fells notwendig sind, der neuen Fellpracht einen schönen Glanz.

Wer ohnehin schon Leinsamen füttert, sollte diesen in dieser Zeit unbedingt mahlen, damit das Pferd in dieser Zeit die innerhalb der Schale liegenden wichtigen Inhaltsstoffe des Leinsamens erhält.

Zusätzlich stärken diese Inhaltsstoffe die Elastizität der Haut und der Schutzmantel der Haut wird gestärkt. Dies wiederum fördert das Haarwachstum. Außerdem ist Leinöl bei schuppiger und trockener Haut ein wertvolles Zusatzfutter, denn die essentiellen Fettsäuren gelangen über die Fütterung durch die Talgdrüsen in die Haut. Auch bei Hautproblemen, vor allem in Verbindung mit Juckreiz kann durch diese positiven Eigenschaften, Leinöl zusätzlich zu anderen Maßnahmen eine Verbesserung des Hautbildes erzielen. Somit können die in Leinöl enthaltenen Omega-3-Fettsäuren auch bei Allergien und Hautekzemen Abhilfe schaffen, da diese in umgewandelter Form einerseits wie bereits erwähnt entzündungshemmend und auch schmerzlindern wirken.

Leinsamen zum Auffüttern

Durch das Füttern von Leinsamen*, können schwerfuttrige Pferde aufgepäppelt werden. Die darin enthaltenen Fettsäuren ermöglichen es dem Pferd die mit dem normalen Futter aufgenommenen Nährstoffe besser zu verwerten. Damit alle wichtigen Inhaltsstoffe aufgenommen werden können muss der Leinsamen jedoch gemahlen werden. Alternativ kann auch Leinkuchen verfüttert werden. Reines Leinöl wäre außerdem eine Möglichkeit, jedoch fehlen dann die wichtigen Ballaststoffe welche für die Schleimbildung und das Aufquellen verantwortlich sind, Diese sind bei vielen schwerfuttrige Pferden jedoch notwendig. Denn meist liegt der Grund für die schlechte Gewichtszunahme, wenn keine anderen Gründe vorliegen in der Darmflora.

Äußerliche Anwendung

Leinsamen* eignet sich nicht nur als Zusatzfutter sondern kann auch als Umschlag bei Verbrennungen, Hautabschürfungen und Quetschungen benutzt werden. Dazu sollte der Leinsamen mit einer Tasse Wasser kurz aufgekocht werden und danach zum Beispiel auf eine Wundauflage aufgetragen werden. Diese Auflage sollte dann auf die zu behandelnde Stelle für maximal 60 Minuten aufgelegt werden. Dieser Vorgang sollte 1 – 3 mal täglich wiederholt werden. Der Leinsamen muss für jede Anwendung frisch zubereitet werden. Vorsicht, dass der Brei nicht mehr zu heiß ist.

Auch bei Hufgeschwüren kann dieser Umschlag angewendet werden. Dieser sollte jedoch möglichst lange einwirken. Über mehrere Tage angewendet führt dies dazu, dass die Hufgeschwüre schneller reifen uns sich besser öffnen lassen.

Rezepte aus Leinsamen & dessen Produkten

Leinsamen richtig kochen

Optimal ist es, den Leinsamen* vor dem Kochen ungefähr 20 Minuten in  kaltem Wasser quellen zu lassen. Dazu gibt man 100 – 150 Gramm Leinsamen in einen Topf mit 1 – 1 1/2 Liter Wasser. Vor dem Kochen sollte man nochmals Wasser hinzufügen und zwar so viel, dass der Leinsamen ungefähr 1,5 cm mit Wasser bedeckt ist. Danach sollte der Leinsamen langsam erhitzt und unter ständigen rühren mindestens 10 Minuten gekocht werden. Wirklich immer brav rühren, denn Leinsamen kann sehr schnell anbrennen. Nach dem Kochen nimmt man den Topf vom Herd und lässt in abkühlen. Damit dies nicht zu schnell geschieht und der Leinsamen noch etwas nachziehen kann, ist es sinnvoll den Topf mit einem Deckel zu versehen. Der Leinsamen kann dann lauwarm verfüttert werden.

Mash mit Leinsamen

Eine sehr gute Möglichkeit dem Pferd Leinsamen* zu verfüttern ist im Mash. Vor allem in den Wintermonaten ist dies eine willkommene Abwechslung, da dieses lauwarm verfüttert wird. Außerdem kann Mash sehr abwechslungsreich gestaltet werden und bringt daher Abwechslung in die Pferdefütterung.

Zutaten:

Zubereitung:

Den Leinsamen wie oben beschrieben kochen. Anschließend die Weizenkleie mit heißem Wasser zu einem Brei verrühren und den gekochten Leinsamen und Honig dazu geben und alles gut vermischen. Danach das Mash mindestens 30 Minuten ziehen lassen und gegebenenfalls mit etwas Flüssigkeit versehen. Das Mash sollte im fressfertigen Zustand eine breiige Masse sein. Das Mash im lauwarmen Zustand verfüttern. In den Sommermonaten kann der Honig durch die gleiche Menge Salz ersetzt werden. Da durch das Kochen des Leinsamens ein Großteil der wertvollen Vitamine und Fettsäuren zerstört werden, können zusätzlich in das lauwarme Mash 20 ml Leinöl gegeben werden. Wichtig ist, dass hitzeempfindliche Zutaten wie Öle und Kräuter immer erst bei Fütterungstemperatur hinzugefügt werden.

Zu dieses Grundrezept können auch noch 200 g gequetschter Hafer oder Gerste hinzugefügt werden.

Auch Hustenkräuter lassen sich in der kalten Jahreszeit hervorragend ins Mash integrieren.

Leinsamen Leckerlies

Zutaten:

Zubereitung:

Alle Zutaten in einer Schüssel vermischen und zu einem gut formbaren Teig kneten. Sollte der Teig zu fest sein einfach etwas Wasser dazugeben. Ist der Teig zu weich etwas Weizenvollkornmehl hinzufügen. Passt die Konsistenz des Teiges, aus diesen 1 – 2 cm dicke Würste formen und diese anschließend in 3 – 4 cm lange Teile zerteilen. Danach ein Backblech mit Backpapier auslegen und die kleinen Sticks darauf verteilen. Das Backrohr auf 180 Grad vorheizen. Das Backblech in das vorgeheizte Backrohr schieben und für ca. 15 – 20 Minuten backen. Die Leckerlies sind fertig wenn sie hart und goldbraun sind.

Zur Weihnachtszeit kann der Teig auch ausgerollt und mit verschiedenen Ausstechformen weihnachtliche Kekse hergestellt werden. Hier sollte die Backzeit jedoch etwas verkürzt werden, da der Teig bei Keksen etwas dünner ausgerollt wird. Backzeit: ca. 10 Minuten

Die Leckerlies und auch die Kekse sollten trocken und luftig gelagert werden und erst zwei Tage nach dem Backen verabreicht werden.

Empfehlungen

Bei Amazon habe ich einen sehr guten Anbieter gefunden, welcher eine große Auswahl an unterschiedlichen Kräutern und andere natürlichen Zusatzfuttermittel führt. Hier klicken: Zu den Produkten* .

Eure Meinung & Erfahrungen:

Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Überblick über Leinsamen und dessen Vorteile und Anwendungsgebiete vermitteln. Vielleicht kennt ihr noch andere positive Eigenschaften, welche ich hier noch vergessen habe. Oder ihr kennt einige leckere Rezepte aus Leinsamen. Über ein Feedback von euch würde ich mich sehr freuen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.