Der Trab

Der Trab

Der Trab ist eine Gangart welche relativ schnell von jeden Reitanfänger geritten wird.  In diesem Beitrag möchte ich etwas genauer auf diese Gangart eingehen. Beginnen möchte ich beim Takt und der Fußfolge. Außerdem möchte ich die unterschiedlichen Möglichkeiten den Trab zu reiten, näher aufführen. Auch mögliche Fehler beim Reiten dieser Gangart und deren Ursachen möchte ich hier erwähnen.

Takt und Fußfolge

Der Trab ist eine mittelschnelle Gangart im Zweitakt mit einer kurzen Schwebephase, bei der das Pferd die Hufe links vorne– rechts hinten – kurze Schwebephase – rechts vorne – links hinten setzt.

Woran erkennt man einen guten Trab?

Das wichtigste für einen guten Trab ist wie auch beim Schritt der richtige Takt. Das Pferd sollte in einem gleichmäßigen Tempo und mit schwungvoller raumgreifender Bewegung, aber nicht eilig, vorwärts gehen. Wie beim Schritt tritt das Pferd mit dem Hinterbeinen in die Spur der Vorderbeine.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass für einen guten Trab folgende Punkte ausschlaggebend sind:

  • Klarer Zweitakt
  • Schwungvolle Bewegung
  • ausreichender Raumgriff
  • Hinterbeine treten in die Spur der Vorderbeine

Unterschiedliche Tempi im Trab

Auch im Trab können unterschiedliche Tempi geritten werden. Man unterscheidet Arbeitstrab – Mitteltrab – starker Trab – versammelter Trab.

Beim Arbeitstrab sollte sich das Pferd mit natürlicher, zwangloser Haltung sicher am Zügel und an den Hilfen stehend bewegt. Das Tempo liegt zwischen dem versammelten Trab und dem Mitteltrab. Die Hinterhufe treten in die Spur der Vorderhufe. Tempo: ca. 160 Tritte/Minute

Im Mitteltrab wird bei sicherer Anlehnung der Rahmen etwas erweitert, das heißt die Tritte werden länger beziehungsweise raumgreifender. Die Nasenlinie ist vor der Senkrechten. Das Tempo liegt zwischen Arbeitstrab und starken Trab.

Beim starken Trab ist eine maximale Rahmenerweiterung und Tritteverlängerung bei sicherer Anlehnung und deutlichem Schub aus der Hinterhand gefordert.

Beim versammelter Trab bewegt sich das Pferd mit schwungvollen und energischen Tritten bei sicherer Anlehnung und deutlicher Aufrichtung. Der Raumgriff nimmt im Verhältnis zum Arbeitstrab ab.

Am Anfang der Ausbildung des Pferdes und des Reiters wird nur der Arbeitstrag geritten, da für den Mitteltrab, den starken Trab, als auch für den versammelten Trab der Schwung eine entscheidende Rolle spielt. Außerdem ist die Versammlung der letzte Punkt der Skala der Ausbildung.

Trab richtig reiten

Das Antraben

Das richtige Traben beginnt bereits mit dem richtigen Antraben. Wichtig ist, dass das Antraben nicht überfallsmäßig passiert, sondern das Pferd darauf mit einer halben Parade vorbereitet wird. Nach der halben Parade reicht zum Antraben bei den meisten Pferden ein leichter Druck mit beiden Schenkeln. Ein gut gerittenes Pferd reagiert bereits auf die vorwärtstreibende Gewichtshilfe.

Nachdem das Pferd in den Trab übergegangen ist gibt es in der Dressur zwei Möglichkeiten, diesen zu reiten – das Leichttraben und das Aussitzen. Zu Beginn einer jeden Reiteinheit sollte immer leichtgetrabt werden, um den Pferderücken in der Lösungsphase zu entlasten. Nach dieser Phase kann mit der eigentlichen Trabarbeit im Aussitzen begonnen werden. Auch auf jungen Pferden und Pferden mit noch nicht ausreichend aufgebauter Rückenmuskulatur, sowie Problemen im Rückenbereich wird leichtgetrabt. Bei Ritten im Gelände wird ebenfalls im Leichttraben geritten.

Was ist leichttraben?

Wie ich bereits am Anfang dieses Artikels erwähnt habe ist der Trab ein Zweitakt. Beim leichttraben steht der Reiter im Takt abwechselnd auf und setzt sich wieder gefühlvoll in den Sattel.

Der richtige Moment!

Wenn der Reiter sich auf der linken Hand befindet und das Pferd mit dem linken Hinterbein und dem rechten Vorderbein abfußt, steht der Reiter auf, wenn das Pferd mit dem rechten Hinterbein und dem linken Vorderbein abfußt setzt sich der Reiter wieder weich in den Sattel. Auf der rechten Hand ist es genau umgekehrt: rechtes Hinterbein – linkes Vorderbein => aufstehen, linkes Hinterbein – rechtes Vorderbein => hinsetzen. Mit der Zeit bekommt man ein Gefühl dafür, wann das Pferd mit welchem diagonalen Beinpaar abfußt. Bis es jedoch so weit ist kann man ein wenig schummeln, indem man an der äußeren Schulter des Pferdes nach unten sieht. Bewegt sich das äußere Vorderbein nach vorne, ist dies der richtige Moment, um sich aus den Sattel zu erheben, geht es zurück, wird wieder in den Sattel eingesessen. Das Aufstehen und Einsitzen im richtigen Moment wird auch als Traben auf dem richtigen Fuß bezeichnet.

Bei jedem Handwechsel muss auch der Fuß gewechselt werden, dabei bleibt man  einmal sitzen anstatt aufzustehen. Anstelle von auf – ab – auf – ab verändert man den Rhythmus beim Umsitzen zu auf – ab – ab – auf.

Den richtigen Moment fühlen!

Um ein Gefühl für den richtigen Moment zu bekommen ist es sinnvoll dies an der Longe zu üben, damit man sich zum einen voll und ganz auf das Pferd und sich selbst konzentrieren kann und zum anderen auch gleich eine Kontrolle vom Boden aus hat. Das Pferd wird auf der linken Hand longiert. Wenn das Pferd sich im Trab befindet sitzt man aus und schließt am besten die Augen, um den Rhythmus besser spüren zu können. Fußt das Pferd mit dem inneren Hinterbein (links hinten) ab, geht die linke Gesäßhälfte etwas nach unten und umgekehrt. Jetzt spricht man laut mit: links – rechts, links – rechts … . Der Gehilfe am Boden dient zur Kontrolle, damit sich keine Fehler einschleichen. Wer möchte kann auch im richtigen Moment abwechselnd die linke und rechte Hand heben. Mit dieser simplen Übung sollte schnell das Gefühl für den richtigen Moment aufkommen.

Warum ist der richtige Moment ausschlaggebend?

Beim richtigen Leichttraben wird das Hinterbein des Pferdes entlastet. Dies führt dazu, dass das Pferd mehr Untertritt und somit der Raumgriff und der Schwung des Pferdes erhalten bleibt. Bleibt man in diesem Moment sitzen kann dies das Pferd bremsen und zu kürzeren Tritten führen.

Das richtige Aufstehen?

Nicht nur der richtige Moment ist für das korrekte Leichttraben ausschlaggebend, sondern auch das richtige Aufstehen. Dabei bewegt man das Gesäß nach vorne aufwärts Richtung Vorderzwiesel des Sattels und nicht gerade nach oben. Außerdem sollte man sich maximal ein paar Zentimeter aus dem Sattel erheben und nicht komplett aufstehen. Auch sollte man sich nicht mit Hilfe der Steigbügel hochstemmen, sondern aus den Oberschenkeln aufstehen. Dabei federn die Füße in den Steigbügeln leicht ab. Damit die Hand in der gleichen Position bleibt müssen die Ellenbogen leicht gestreckt werden.

Richtiges Treiben?

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Treiben im richtigen Moment! Beim Leichttrabe wird mit gleichmäßig mit beiden Schenkel zum Zeitpunkt des Einsitzens in den Sattel getrieben.

Fehler beim Leichttraben und deren Auswirkungen

Nachdem wir nun auf das richtige Leichttraben eingegangen sind können wir daraus einige Fehler ableiten.

  • Zu weites  oder zu langes Aufstehen

Gerade zu Beginn ist dies der häufigste Fehler. Die meisten Reitanfänger stehen zu Beginn zu weit auf. Dies dauert zu lange und führt dazu, dass man unweigerlich zurück in den Sattel plumpst. Auch zu langes Aufstehen hat den gleichen Effekt.

  • Aufstehen mit Hilfe der Steigbügel

Wenn man sich in die Steigbügel stellt, um aufzustehen rutschen die Beine nach vorne. Dies führt dazu, dass der Reiter leicht das Gleichgewicht verliert.

  • Traben am falschen Fuß

Dies ist der Fall, wenn beim Aufstehen das äußere Vorderbein nach hinten geht. Um dies zu korrigieren muss umgesessen werden. (aufstehen – sitzen – sitzen – aufstehen).

  • Vorgelehnter Oberkörper

Ein weiterer häufiger Fehler ist, dass der Oberkörper zu weit nach vorne gelehnt wird. Dies führt auch zu einer Verschlechterung des Gleichgewichts.

Tipp für Fortgeschrittene:

Der Rhythmus des Pferdes kann auch durch das Leichttraben beeinflusst werden, indem schneller oder langsamer leichtgetrabt wird. Möchte man sein Pferd etwas bremsen, bleibt man einfach etwas länger sitzen. Möchte man, dass sein Pferd flotter trabt, steht man etwas schneller auf und das Pferd wird etwas mehr vorwärts gehen.

Aussitzen im Trab!

Das Aussitzen ist für die Dressurarbeit wichtig. Beim Leichttraben sind die für die Dressurarbeit notwendigen Kreuzhilfen nicht möglich und das Pferd lässt sich dadurch nicht angemessen versammeln. Daher folgt nach der Lösungsphase im Leichttraben die Arbeitsphase im Aussitzen.

Richtig Aussitzen!

Gerade bei den ersten Aussitzversuchen schüttelt es einem so richtig durch, aber auch bei vielen etwas fortgeschritteneren Reitern sieht das Aussitzen zum Teil nicht besonders entspannt aus.

Beim Aussitzen ist es wichtig sich an die Bewegung des Pferdes anzupassen. Dazu müssen wir uns wieder die Rückenbewegung des Pferde beim Traben vors Auge führen. Fußt das innere Hinterbein ab senkt sich unsere Pobacke auf der inneren Seite ab und hebt sich auf der äußeren und umgekehrt. Der ganze Trick beim Aussitzen liegt daran die äußere Hüfte beim Abfußen des inneren Hinterbeins etwas zu heben und somit dem Stoß zuvorzukommen. Dies kann man schon im Schritt etwas üben, da hier die Bewegung ähnlich ist. Fußt das Pferd im Schritt mit dem inneren Hinterbein ab, wird die äußere Hüfte leicht angehoben.

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