Übung 4: Durch die Länge der Bahn reiten

Übung 4: Aus der Mitte

Übung aus der Mitte 2

 

Was erreichen wir mit dieser Übung?

Ziel dieser Übung ist, dass Pferd und Reiter in der Lage sind die Hufschlagfigur „Durch die Länge der Bahn reiten“ korrekt zu reiten. Bei dieser Übung ist das Zusammenspiel der reiterlichen Hilfen , Zügel-, Schenkel- und Gewichtshilfe, sowie das Einrahmen des Pferdes gefordert. Geübt wird das Geraderichten und Begrenzen, außerdem das korrekte Ausreiten der Ecken.

Was bauchen wir?

Für diese Übung benötigen wir:

 

Wie wird diese Übung aufgebaut?

Vier Pylonen werden innerhalb der Ecken aufgestellt und dienen uns somit als Hilfsmittel für das korrekte Ausreiten der Ecken. Die weiteren vier Pylonen werden bei A und C seitlich der Mittellinie aufgestellt und zwar so weit von der Bande entfernt, dass ein rundes abwenden auf die Mittellinie möglich ist. Dies sollte zumindest eine Pferdelänge sein. Die Stangen werde rechts und link der Mittellinie aufgelegt. Der Abstand zwischen den Stangen sollte 80 – 150 cm betragen. Je enger die Stangen beieinander liegen, desto schwieriger sind diese zu reiten. Daher sollten Anfänger oder Reiter mit jungen oder unerfahrenen Pferden, den Abstand zu Beginn etwas weiter wählen.

Alternativ können anstatt Stangen auch Dualgassen* oder Soft Borders* verwendet werden. Diese sind vor allem bei ungeübten Reitern und jungen oder schlecht ausgebildeten Pferden zu empfehlen.

Wie funktioniert diese Übung?

Bei dieser Übung sollten die Ecken in korrekter Stellung und Biegung außerhalb der Pylonen geritten werden. In unserem Beispiel reiten wir auf der rechten Hand von A nach C. Kurz vor A sollte abgewendet werden, damit das Pferd nicht über die Mittellinie geht und somit in der Mitter der beiden Kegel durchläuft. Es ist immer besser wir kommen etwas vor der Mittellinie an und können dann an die Mittellinie heranreiten, als das wir zu spät abwenden und auf die Mittellinie zurückreiten müssen. Zwischen den Kegeln sollte das Pferd geradegerichtet werden und auf der Mittellinie gerade zwischen den Stangen durchgeritten werden. Zwischen den Kegeln bei C sollte das Pferd wieder richtig gestellt und gebogen  und auf die rechte Hand abgewendet werden . Auf das Stellen und Biegen bin ich bereits in Übung 1 näher eingegangen. Das Geraderichten findet ihr in Übung 2.

Damit die Mittellinie genau getroffen wird sollten wir zu Beginn noch nicht zu stark in die Ecken reiten, sondern versuchen mit einer halben Volte bei A auf die Mittellinie zu gelangen. In einer Bahn mit den Abmessungen 40 x 20, wäre dies eine Volte mit einem Durchmesser von 10 Metern.

Sehr hilfreich ist, wenn man kurz vor dem Abwenden bereits auf den gegenüberliegenden Buchstaben schaut und diesen, wenn man sich auf der Mittellinie befindet nicht aus den Augen lässt.

Wichtig ist, dass man gegen Ende der Wendung auf die Mittellinie mit dem Innenzügel wieder zum Nachgeben kommt, damit das Pferd geradegestellt auf der Mittellinie weiter gehen kann.

Auch bei C versuchen wir wieder mit einer halben Volte abzuwenden. Wichtig ist, dass das Pferd nicht zu früh und zu stark gestellt wird, damit es nicht über die Schulter wegläuft. Wir reiten also möglichst lange gerade aus und stellen beim Abwenden das Pferd vorsichtig leicht nach innen und begrenzen es mit dem äußeren Zügel und Schenkel.

Zu vermeiden ist, dass man zu lange auf der Mittellinie bleibt und diese zu spät verlässt. Denn wenn das Pferd nicht rechtzeitig weiß in welche Richtung es weiter geht, kann das Pferd dadurch verunsichert werden und wieder zu schwanken beginnen.

Anfangs kann man auf der Mittellinie auch leicht zulegen, da es den Pferden mit etwas Schwung leichter fällt gerade aus zu gehen. Je ruhiger das Tempo und versammelter das Pferd ist, desto leichter kann es passieren, dass das Pferd zu schwanken beginnt.

Wenn alles soweit klappt, sollte man versuchen die Ecken sauber auszureiten. Reitet man zum Beispiel auf der rechten Hand von A nach C, sollten die Ecken zwischen F und A und C und M korrekt ausgeritten werden. Das Abwenden auf die Mittellinie sowie das Verlassen der Mittellinie sollte jedoch immer rund geschehen. Das heißt reitet man die Ecken sauber aus, wird anstelle der halben Volte nur noch eine viertelte Volte auf die Mittellinie geritten. Dasselbe gilt für das Verlassen der Mittellinie.

Wenn diese Übung gut funktioniert kann der Schwierigkeitsgrad beliebig erhöht werden. Das Schöne bei dieser Übung ist, dass man sehr viele Möglichkeiten hat wie die Stangen aufgelegt werden können. Somit kann man immer wieder etwas Abwechslung in diese Übung bringen.

Im folgenden seht ihr einige Varianten wie ihr diese Übung abwechslungsreicher gestalten und den Schwierigkeitsgrad erhöhen könnt.

Variante 1:

Damit die ganze Sache etwas schwieriger wird können ein paar Stangen entfernt werden. Die Übung sollte jetzt so aussehen.

Variante 2:

Wer es noch schwieriger haben möchte kann diese Übung  auch so aufbauen.

Übung aus der Mitte 3

Variante 3:

Aber auch dies kann noch gesteigert werden.

Übung aus der Mitte 4

Wem das immer noch zu leicht ist, der kann auch die Kegel entfernen.

Übung aus der Mitte 5

Häufige Fehler

Der wohl häufigste Fehler, welcher bei dieser Übung passiert ist, dass die Pferde nicht genau auf der Mittellinie gehen. Die Ursache dafür ist, dass entweder zu früh oder zu spät abgewendet wurde.

Es kann auch vorkommen, das die Pferde auf eine Seite ausweichen. Der Grund dafür ist meist, dass das Pferd nicht komplett gerade gestellt ist und ein Zügel nach wie vor stärker auf das Pferd einwirkt. Wenn das Pferd also nach links über die Schulter ausweicht, wäre dies der rechte Zügel. Eine weitere Möglichkeit ist, dass der Reiter nicht in der Mittelpositur ist und somit mit den Gewichtshilfen dem Pferd falsche Signale gibt.

Bei manchen Pferden kann es vorkommen, dass diese bei X zögern und halten wollen. Hier muss mit den treibenden Hilfen, dem Pferd unmissverständlich klar gemacht werden, dass es nicht anhalten soll. Um solchen Fehlern vorzubeugen ist es sinnvoll das Training abwechslungsreich zu gestalten und nicht monoton eine Übung zu wiederholen.

Vor allem jungen Pferden fällt es schwer ohne Begrenzung gerade aus zu gehen. Dies sollte sich mit Hilfe der Übungen mit den Stangen aber in einer gewissen Zeit legen. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, da das junge Pferd sein Gleichgewicht mit dem Reiter erst entwickeln muss. Hat das junge Pferd keine Probleme auf der Mittellinie gerade aus zu gehen, kann es dennoch vorkommt, dass es am Ende der Mittellinie ins Schwanken kommen. Der Grund liegt in der Unsicherheit des Pferdes. Es weiß nicht ob es nach rechts oder links weiter gehen soll. Daher sollte man sich mir jungen Pferden langsam an die Bande herantasten. Dies gilt auch für unerfahrene Pferde.

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Weitere Beiträge & Übungen zum Thema Hufschlagfiguren.

Die Hufschlagfiguren

Hufschlagfigur: Ganze Bahn

Übung 1: Ganze Bahn – Ecken sauber ausreiten

Übung 2: Ganze Bahn – Gerade weiter nach der Ecke

Hufschlagfigur: Halbe Bahn

Übung 3: Halbe Bahn – Richtig reiten

Hufschlagfigur: Durch die Länge der Bahn reiten

Übung 4: Durch die Länge der Bahn reiten

Hufschlagfigur: Durch die ganze Bahn / halbe Bahn wechseln

Übung 5: Durch die ganze/halbe Bahn wechseln

Eure Meinung und Erfahrung!

Wie findet ihr diese Übung? Habt ihr diese Übung schon ausprobiert? Wie ist es euch dabei ergangen?

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